Vollmondrunde

Vollmondrunde

Rettet die (Frühlings-)Nächte!!!

Nach den kalten und teilweise recht klaren Wintertagen und-nächten beginnt die längere Beobachtung des Sternenhimmels wieder mehr Freude zu machen. Im Westen sind in der Abenddämmerung noch einige typische Wintersternbilder wie der Orion oder die Zwillinge zu erkennen. Am auffälligsten jedoch ist die sehr helle Venus zwischen dem Siebengestirn, den Plejaden, und dem rötlich leuchtenden Hauptstern des Stiers, dem Aldebaran. Durch die Erddrehung nähert sich das Frühlingsdreieck bestehend aus den Hauptsternen Regulus, Arktur und Spica mehr und mehr seiner höchsten Stellung über dem Südpunkt. Auch Wega und Deneb aus dem Sommerdreieck sind bereits am Osthorizont zu entdecken, während der Dritte, Atair, erst um Mitternacht erscheint. Ein Fernglas, das wohl fast jeder besitzt, zeigt bereits eine Vielzahl von Sternen mehr – selbst in der Stadt. Damit lassen sich Nebelflecken und Sterngruppierungen, Doppelsterne und Galaxien sowie viele andere Himmelserscheinungen besser sehen.
20180220Dahme Rathaus Licht kl2 02Besonders wegen der unseligen künstlichen Aufhellung des Himmels durch übermäßige Straßenbeleuchtung, unsinnige Werbung, unqualifiziertes Anstrahlen von Bauwerken und vieles mehr können wir ständig immer weniger Sterne mit dem bloßen Auge oder mit den Teleskopen der Sternwarte erkennen. Nicht einmal die Hälfte aller Europäer kann die Milchstraße überhaupt sehen. Konnte man vor 30 Jahren noch in Herzberg und anderen Kleinstädten wie Dahme, Jüterbog oder Luckau in jeder klaren Nacht das matte Leuchten des Milchstraßenbandes erblicken ist es heute nur mit spezieller Aufnahmetechnik möglich, sie darzustellen. Ein Beispiel ist die sehr schöne Panorama-Aufnahme unseres Vereinsmitgliedes Alexander Feder, die als Postkarte und Poster „Milchstraße über Herzberg/E.“ am Verkaufsstand des Planetariums und im Tourismuspunkt in der Kirche St. Marien zu erwerben ist.
In dieser Vollmondrunde werden die negativen Auswirkungen der nächtlichen Lichterfülle diskutiert, die nicht nur für die Sterngucker und Astronomen ein immanentes Problem darstellen. Es leidet darunter die gesamte Natur und nicht zuletzt der Mensch selbst in sehr vielfältiger Weise: Insekten- und Vogelsterben, Schlafstörungen bei Menschen und Tieren, Heimatverlust durch Abbaggerung, Anstieg der Treibhausgase und Klimafolgen, kommunale und private Kostensteigerungen und vieles, vieles mehr. Gleichzeitig wird aber gezeigt, welche Alternativen bestehen und was jeder selbst gegen diese Art Umweltverschmutzung tun kann. Doch die Sterne sind hier nur ein Symbol für die vielen anderen menschenverschuldeten Umweltschäden. Prof. Harald Lesch und Klaus Kamphausen gaben deshalb ihrem Buch über Umweltprobleme den Titel: „Die Menschheit schafft sich ab. Die Erde im Griff des Anthropozän.“
Jochen Rose

Termin Eigenschaften

Datum, Uhrzeit 24.04.2018 19:00
max. Teilnehmer 50
Ort
Zeiss-Planetarium
Lugstraße 3, 04916 Herzberg (Elster), Deutschland
Zeiss-Planetarium
50
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